Hypo Tirol Alpenvolleys Haching oder „Eine Volleyballmannschaft spaltet Nationen?“

Welcher Volleyballer bzw. Volleyballfan kennt die Vorgeschichte der Hypo Tirol Alpenvolleys Haching nicht?

 

Auch wenn man annimmt, ich sei aufgrund eines Verwandtschaftsverhältnisses Insider, so liegt man in diesem Punkt mit Sicherheit falsch, Gespräche mit meiner Verwandtschaft drehen sich ausschließlich um Sportliches und nicht um Vereinsinterna!

 

Ganz kurz erklärt und dazu meine Sicht der Dinge:

 

Der Manager und Vereinsverantwortliche des AVL Teams „Hypo Tirol Volleyballteam“ sah die Zukunft seiner Mannschaft nicht mehr in der Österreichischen Liga. Aus welchen Gründen der Manager einen Wechsel in die Deutsche Liga anstrebte liegt allein in der Verantwortung des Managers und der Vereinsverantwortlichen und damit steht mir zwar eine Meinung aber kein Urteil zu.

 

Eine Profimannschaft zu führen ist gerade im Österreichischen Volleyball nicht selbstverständlich. Der Manager hat nicht nur für die Finanzierung zu sorgen, sondern auch in Absprache mit der sportlichen Leitung das Sportliche und das Wirtschaftliche unter einen Hut zu bringen.

 

Die Wirtschaftlichkeit eines solchen Profibetriebes erfordert natürlicherweise vieles. Es geht um Zuschauerzahlen, Medieninteresse oder Werbung und es geht natürlich auch um das Volleyballspiel an sich.

 

Nachdem das Management des Hypo Tirol Volleyballteam im Volleyballsport ja nicht gerade unerfolgreich war, kann man ihm eine gewisse Kompetenz nicht absprechen. Und ob jetzt Manager, Trainer, Co-Trainer, Sportlicher Leiter, Statistiker, ... im Herzen bleibt jeder Sportler und handelt auch in diesem Sinne.

 

Die Herausforderung an das Management, an die sportliche Leitung und an die Sportler selbst, wird natürlich in der Deutschen Liga um vieles größer. Genau diese suchen aber Sportler, die Herausforderung ist doch das Elixier des Sportes.

 

Nun anzunehmen, dass ein Tiroler Verein in der Deutschen Liga spielt, ist vollkommen FALSCH. Eine Kooperation bleibt eine Kooperation, auch wenn sie zwischen einem österreichischen und einem deutschen Verein zustande kommt. Und es muss dazu gesagt werden, „wer des Lesens mächtig ist!“, dass dies im Vereinsnamen EINDEUTIG herauszulesen ist: „Hypo TIROL Alpenvolleys HACHING“! Einmal der Sponsor, eindeutig Tirol, einmal der Verein Haching, eindeutig in "Obaboan, Landkreis Minga"!

 

Und man wird zur Kenntnis nehmen müssen, auch wenn Bayern ein Freistaat ist, die Menschen dort eigenartige Kleidung tragen (Lederhosen, Dirndl), sich in der fünften Jahreszeit literweise Bier einistelln, sich zu eigenartiger Musik auf die beledert gekleideten Oberschenkel klopfen und dabei urgurale Laute von sich geben, dieser Landstrich gehört zu Deutschland.

 

Und woher kommt der Kooperationspartner?

 

Aus einem Landstrich wo Menschen eigenartige Kleidung tragen (Lederhosen, Dirndl), sich literweise Bier einistelln, sich zu eigenartiger Musik auf die beledert gekleideten Oberschenkel klopfen und dabei urgurale Laute von sich geben!

 

ALSO?

 

"Die Pfoat is mir näher als der Rock!" Man sollte es einfach als gegeben ansehen, hier spielt ein deutscher Verein, der eindeutig einen Background aus Tirol hat, in der deutschen Liga. Spiele finden sowohl dort als auch da statt, zurzeit mehr in Tirol. Dies wird sich mit Sicherheit ändern. Auch wird sich die Besetzung der Mannschaft ändern. Dies ist ein Projekt, dem man auch die nötige Zeit geben muss.

 

Die immerwährenden Kritiker des „maßlosen Einsatzes von Legionären“ werden darauf verwiesen, wie viele heimische Spieler derzeit im Ausland beschäftigt sind. Man schaue zehn Jahre zurück und frage sich, ob es in dieser Zeit ähnlich viele Spieler im Ausland gab. Und ja, dies liegt natürlich an einer guten Nachwuchsarbeit, aber es liegt auch an der Konkurrenz innerhalb einer Mannschaft.

 

Die Frage stellt sich nach der Identifikation mit dem Verein, wie regiert der Fan darauf?

 

Aus meiner Sicht ist die Antwort ganz einfach. Meine ersten Schritte machte ich beim ESV Innsbruck bis zum ersten Jahr in der Bundesliga, danach Wechsel zum IAC, aus diesem entstand eine Spielgemeinschaft, wenn ich mich recht erinnere mit dem VC Olympia, dann wieder IAC und in weiterer Folge entstand das Volleyballteam Tirol bzw. Hagebau Tirol Volleyballteam, aus dem wiederum das Hypo Tirol Volleyballteam wurde. Ich lasse mich aber auch gerne berichtigen! Es war immer „mein Verein“, weil es nichts mit dem Namen eines Vereins zu tun hat sondern mit den Protagonisten in demselben. Da geht es um Freundschaften, Bekanntschaften und natürlich Familie. Aufgrund meiner Distanz zum Standort des Vereines, trifft mich dies enorm. Ich werde kaum Spiele live sehen können, obwohl die Distanz nach Haching für mich sogar ein kleiner Vorteil wäre. Aber ich begrüße dieses Projekt auf das „Allerguteste!“, weil es Veränderung bringt, weil es Chancen eröffnet und weil es beinahe einzigartig ist!

 

Weil es Sportler, Menschen und Landstriche verbindet!

 

Ich hoffe und gehe davon aus, dass dieses Projekt weitergedacht wird und sich damit für diesen tollen Sport neue Wege eröffnen.

 

Weil es vor allen Dingen Grenzen niederreißt, sowie den Menschen, der Region und dem Sport Möglichkeiten bietet!

 

Grenzen werden uns tagtäglich in den Medien, von Politikern und selbsternannten Moralisten in Erinnerung gerufen!

 

Liebe Freunde des Volleyballsportes, egal woher, egal welcher Couleur, Sport hat etwas Verbindendes und nichts Trennendes, schieben wir die Grenzen im Kopf beiseite.

 

Die vergangene Saison gibt mir recht, dass dies ein erfolgreiches Projekt werden KANN bzw. IST!

 

 

 

Wer Fehler in Rechtschreibung, Satzzeichen, Satzstellung usw. findet darf sie einrahmen und behalten!

 

 

 

 

 

 

Autor: Werner Bader

Werner, Baujahr 1961, ist Ex-Bundesliga-Spieler und nach wie vor - wenn auch schon in Volleyballpension - von unserem Sport begeistert. Sein Bruder Gerhard schaukelt seit Jahren die Scouting-Abteilung bei den "Hypo Tirol Alpenvolleys Haching".

 

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