Was ist "besser"? - Frauen- oder Männervolleyball?

In der Oktoberausgabe der deutschen Zeitschrift „Volleyballmagazin“ steht ein kurzes, aber sehr interessantes Interview mit einem Fernsehverantwortlichen.

 

Der TV-Sender Sport1 hat sich die Übertragungsrechte für die deutsche Volleyball-Bundesliga gesichert.

 

Und jetzt kommt die Überraschung (oder ist es gar keine?): Die Sendezeiten von Sport1 sind aufgeteilt auf 2/3 Frauenspiele und nur zu 1/3 Spiele der Männer – obwohl Männervolleyball sowohl von den Zuschauerzahlen in der Halle als auch von der finanziellen Ausstattung her vor Frauenvolleyball liegt.

 

Auf die Frage, warum das so sei, antwortet der interviewte Sport1-Geschäftsleiter, dass in der vergangenen Saison die Übertragungen der Frauen im Schnitt von 110.000, die der Männer von nur 90.000 Personen gesehen wurden.

 

Nun sind unabhängig davon die Vorurteile bekannt: Frauenvolleyball wäre zu wenig dynamisch, die Frauen können nicht so hart „draufhauen“ wie die Männer, weswegen Frauenspiele langweilig wären, während im Männervolleyball viel zu viele Servicefehler und viel zu kurze Ballwechsel dafür sorgen, dass Männerspiele kaum zum Anschauen wären.

 

Wie ist es tatsächlich? Wie seht ihr das? Stimmen diese Vorurteile? Seht ihr lieber Frauen- oder Männerspiele? Was ist „besser“? Oder darf man in Zeiten der politischen Genderkorrektheit sowieso nur sagen „Ja natürlich sind beide völlig gleich 'gut'“?

 

Und wenn das so ist, wie erklärt ihr euch die Tatsache, dass (in Deutschland) die Menschen lieber Frauen- als Männerspiele im TV sehen?

 

 

 

Autor: Armin Fluch

 

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Mikasa (Montag, 15 Oktober 2018 12:43)

    Hallo, zuerst möchte ich den Betreibern von neunmalneun gratulieren, ihr habt da was wirklich tolles auf die Beine gestellt, nur weiter so!
    Zum Thema: Rein sportlich gesehen finde ich bei allem Respekt Herrenvolleyball um einiges interessanter anzusehen als Damenvolleyball, wobei ich es durchaus beeindruckend finde was so manche Damen auf absolutem Topniveau draufhaben. Bei den Herren gehts schneller, härter & spektakulärer zu.
    Warum sehen in Deutschland nun etwas mehr den Männern als den Frauen zu?
    Ich möchte mal ein paar Erklärungsversuche liefern.
    Der erste wäre, dass es durch die bereits angesprochene Schnelligkeit im Spiel der Männer es dem ungeübtem Zuschauer vielleicht manchmal etwas schwer fällt das Spiel nachzuvollziehen, zumindest ohne schön aufbereitete Slowmotion-wiederholung.
    Auch könnte es sein, dass der Deutsche Zuseher in Punkto Männersport viel mehr 'übersättig' ist - auch wenn sich in den letzten Jahren viel getan hat, werden unterm Strich noch deutlich weniger Frauensportarten übertragen. Und zu guterletzt wird es wahrscheinlich auch noch eine Teil der Zuseher geben, die die Damen in der VBL attraktiv finden, und deshalb gerne einschalten.
    Ich persönlich finds super dass überhaupt was übertragen wird, wobei ich es sehr befürworten würde wenn man das noch ausbaut, also mehr Männer UND mehr Damenspiele, zudem wäre auch der Kommentar/Analyse bei den Übertragungen ausbaufähig, siehe Italien oder Polen.
    lg Mikasa

  • #2

    WolliBall (Donnerstag, 18 Oktober 2018 10:55)

    Als ehemaliger Volleyballer habe ich einen gewissen Qualitätsanspruch als Zuschauer. Bei Damenspielen - jetzt mal in Österreich - fällt mir manchmal das große Leistungsgefälle auf. Und wen da auf höchster - österreichischer - Ebene Fehler im Spiel passieren (Annahme, Aufspiel, Block), die mir schon als aktiver Spieler damals peinlich waren: dann mag ich nicht zuschauen. Und das sind dann aber auch Fehler, die den Laien auch auffallen. Bei Herren kommt dies wesentlich seltener vor. Und Satzergebnisse im Damenvolleyball ("25:14; 16:25") sprechen ja oft Bände. Also Damenvolleyball sehe ich quasi nur Live in der Halle - wo es mir auch sehr gut gefällt!

    Zu Deutschland: dort ist das Damenvolleyball qualitätsvoller. Längere Ballwechsel, weniger Servicedominanz, genau so viel taktische Rafinesse wie bei den Herren (aber eine andere) - das gefällt mir dann schon.

    Kurz: ich mag beides!