Die Damen am Erfolgsweg? Dana Schmit im Interview.

 

Du spielst heuer erstmals Erste Bundesliga in Deutschland. Wie läuft es persönlich und mannschaftlich?

 

Persönlich läuft es eigentlich ganz gut, dadurch dass ich den ganzen Sommer mit dem Nationalteam auf hohem Niveau gespielt habe, ist es mir nicht so schwer gefallen, mich auf das schnelle Tempo von der Ersten Bundesliga einzustellen. Dadurch dass ich viel Verantwortung habe in meinem Team, lerne ich sehr viel dazu und die Spielerfahrung tut mir als junge Zuspielerin sehr gut.

 

Wir haben ein sehr junges Team, da wir Aufsteiger sind, haben wir auch 3-4 Spielerinnen, die in Topteams gespielt haben, aber dort keine Chance bekommen haben, die nützen die Chance natürlich um sich beweisen zu können. Grundsätzlich haben wir großes Potenzial, aber wir haben keine Spielerin, die ein ganzes Spiel entscheiden kann, bei uns müssen alle gut spielen, um gegen jeden Gegner mitzuhalten. Unser Ziel ist es die Liga zu halten und wir haben schon bewiesen, dass man uns nicht unterschätzen darf, also für uns zählt jeder Punkt und wir kämpfen um jede Chance, die sich uns bietet.

 

 

Wie schätzt du die Liga ein im internationalen Vergleich? Sind die Hallen voll?

 

Europaweit ist Deutschland sicher eine richtig gute Liga, zwei Teams spielen in der Championsleague mit und können mit den unteren Teams von zum Beispiel Italien gut mithalten. Volleyball ist in Deutschland ein angesehener Sport, die Halle sind immer gut gefüllt und meistens sind so um die 1000 Zuschauer bei den Spielen.

 

 

Ist es mittlerweile auch bei den Damen so, dass man, um internationales Niveau erreichen zu können, ins Ausland gehen muss?

 

Ja das auf jeden Fall, um sich weiter entwickeln zu können, muss man ins Ausland gehen. Die Österreichbundesliga ist gut für junge SpielerInnen, die noch in die Schule gehen, aber um Volleyball auf höherem Niveau zu spielen und Volleyball professionell ausüben zu können, muss man ins Ausland gehen ja.

 

 

Das Herrennationalteam arbeitet nun schon seit 8 Jahren sehr professionell. Die Damen folgten erst deutlich später. Kam man sich als Volleyballerin in den letzten Jahren nicht etwas vernachlässigt vor?

 

Naja dadurch, dass ich selber noch sehr jung bin und erst seit 3 Jahren im Damennationalteam spiele, kann ich dazu nicht viel sagen. Aber da die Herren schon vor 8 Jahren ein Riesenprojekt gestartet haben und auch dementsprechend gefördert wurden, ist sicherlich der Damenvolleyball in den Hintergrund gerückt und hat sich auch erst seit kurzem so richtig durchsetzen können.

 

 

Und hast du aktuell das Gefühl, dass Damen und Herren dieselbe Aufmerksamkeit bekommen? Ist die Gleichberechtigung jetzt also auch im ÖVV uneingeschränkt angekommen?

 

Seit diesem Jahr schon. Um ehrlich zu sein, haben die Herren auch in den letzten Jahren mehr Erfolge gefeiert, im Gegensatz zu uns. Dementsprechend war auch mehr Aufmerksamkeit den Herren gewidmet, aber diese Erfolge haben sie sich auch hart erarbeitet über die letzten 8 Jahre. Da wir eigentlich erst vor 3 Jahren ein großes Projekt mit unserer Trainerin Svetlana Ilic gestartet haben, war die Aufmerksamkeit anfangs noch eher gering. Aber seitdem ist das Damennationalteam sehr gewachsen und professioneller geworden und so haben auch wir es geschafft, Erfolge zu erzielen und immer mehr Spielerinnen sind im Ausland vertreten. Dadurch ist das Interesse viel mehr gestiegen und so haben wir uns auch die Aufmerksamkeit hart erarbeiten müssen. Meiner Meinung nach werden das Damen- sowie das Herrennationalteam seit diesem Jahr gleichberechtigt.

 

 

Mit Svetlana Ilic habt ihr eine Trainerin, die in der Auszeit auch schon mal sehr laut werden kann, wenn ihr etwas nicht passt und die den Anschein erweckt, eher autoritär zu sein. Stimmt dieser Eindruck?

 

Ja das stimmt. Aber ich muss ehrlich sein, ich hatte noch nie so eine gute Trainerin, die mir taktisch während eines Spiels so gut helfen konnte, wie sie. Sie ist beinhart und zieht ihre harte Schiene bis zum bitteren Ende durch, aber der Erfolg spricht für sich. Noch nie war ein Damennationalteam so erfolgreich und hatte so viele Spielerinnen, die Volleyball professionell ausüben und das verdanken viele nur ihr.

 

 

Manche sagen: „Der Zuspieler/die Zuspielerin ist die wichtigste Person am Feld.“ Wie siehst du das?

 

Das ist eine gute Frage. Ich bin schon der Meinung, dass der Zuspieler eine wichtige Position am Spielfeld hat, er ist sozusagen das Gehirn der Mannschaft. Aber als die wichtigste Position würde ich sie jetzt nicht ansehen, für mich sind alle Positionen wichtig. Es fängt an bei der Annahme, wenn die zum Beispiel schlecht ist, muss der Zuspieler das Beste draus machen und gut zuspielen, wenn das Zuspiel schlecht ist, muss der Angreifer das Beste draus machen und gut angreifen, wenn der Block nicht steht, muss die Defense den Fehler ausbessern und so weiter.. Also jede Position hilft jedem und das macht für mich ein gutes Team aus.

 

 

Du bist seit ein paar Jahren mit Paul Buchegger liiert. Wie funktioniert eine Profivolleyballer-Fernbeziehung?

 

Naja es ist nicht immer einfach, vor allem an Tagen, die nicht so schön sind und wo man den anderen gerne bei sich hätte. Aber man lernt die Zeit, die man zusammen unter der Saison hat, wertzuschätzen. Wir unterstützen uns immer gegenseitig und helfen uns durch schwere Phasen. Er ist eine Riesenstütze für mich und er macht mich wirklich sehr glücklich, deswegen funktioniert es.

 

 

Worin siehst du die größten Unterschiede zwischen Damen- und Herrenvolleyball?

 

Ich denke Damen- und Herrenvolleyball kann man nicht miteinander vergleichen. Im Damenvolleyball sind viel mehr Ballwechsel, mehr Verteidigungen und nicht so viele Servicefehler. Es ist auch viel taktischer als bei den Herren. Herrenvolleyball ist schneller, kraftvoller und ich denke auch, dass es populärer ist als Damenvolleyball.

 

 

Du bist jung – was willst du in deinem Volleyball-Leben noch erreichen? Was ist dein Traum?

 

Ich versuche eigentlich immer, im Moment zu leben, deswegen schaue ich, dass ich diese Saison noch viel dazu lerne und mich weiterentwickle und ich will ab nächster Saison einen Schritt nach vorne machen, wo es mich hinzieht oder welcher dieser sein wird, das weiß ich noch nicht.

 

Mein großer Traum ist schon immer gewesen, einmal in Italien oder Polen zu spielen.

 

 

Autoren: Philipp Kroiss, Armin Fluch

 

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