Alles Scheiße!!!

In den letzten Jahren ist mein Abstand zu der Österreichischen Volleyballszene langsam aber doch gestiegen. Bei gelegentlichen Besuchen oder zufälligen Aufeinandertreffen mit noch immer aktiven Mitgliedern der Szene, ist mir eine Sache besonders aufgefallen:

In allen Gesprächen, bei denen es konkret um Volleyball (in) Österreich geht, überwiegen negative Aussagen.


„Es geht nichts weiter.“

„Die anderen Vereine legen einem nur Steine in den Weg.“

 „Der Verband macht sowieso alles schlecht.“

„Gibt’s keinen der irgendwas g’scheit machen kann?“

 
Die grundlegende Einstellung der österreichischen VolleyballerInnen scheint also eine pessimistische zu sein. Egal ob Spieler, Trainer oder Funktionär, alle wissen was schlecht läuft.


Wenn also alle wissen was schlecht läuft, dann lässt sich daraus schließen, dass alle wissen, was besser gemacht werden muss. Bei der Suche nach Lösungsansätzen für all die Probleme trennt sich schon mal die Spreu vom Weizen. Viele reden gerne alles schlecht. Nur wenige versuchen, sich mal hinzusetzen und sich Gedanken darüber zu machen, wie man die Missstände verbessern könnte.

 
Das Volleyballvolk sehnt sich also nach Veränderung. Was soll verändert werden? - Alles. Und wie soll es sich verändern? - Es soll besser werden. Auf dieser Basis versuchen dann einzelne „Volleyballweltverbesserer“ den Wunsch des Volkes zu erfüllen. Meistens arbeiten sie alleine oder in kleinen Gruppen. Schafft man dann mal eine Veränderung umzusetzen, die im Ansatz eigentlich durchaus sinnvoll ist, in der Ausführung aber noch nicht zu einhundert Prozent funktioniert, wird schon wieder geschimpft. Egal was man auch anfasst, wieviel Mühe man in kleine oder große Projekte steckt, die versuchen die Situation zu verbessern, es wird von der großen Mehrheit schlechtgeredet.


Als Visionär hat man in der Österreichischen Volleyballwelt also durchaus ein hartes Leben. Vielleicht auch oder gerade aus dem Grund, dass man in vielen Regionen, vor allem in den am dichtesten besiedelten, auf Personen trifft, die schon seit gefühlten Ewigkeiten eine entscheidungstreffende Position innehaben. Unter vielen der EntscheidungsträgerInnen scheint seit Jahren ein Kleinkrieg zu herrschen, der genauso einer positiven Entwicklung unseres Sports entgegensteht, wie das ganze schlechte Gerede der Einzelnen. Probleme kann man halt niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.


Aber ist es wirklich in ganz Volleyball Österreich so schlecht, wie alle immer behaupten? - Nein, durchaus nicht. Ganz im Gengenteil!

Die Anzahl derer, die wirklich etwas verändern wollen und ihre Ideen dann auch umsetzen, ist um ein Vielfaches gestiegen. Vielleicht wollen es viele einfach nicht wahr haben, weil sie ja dann sonst nicht mehr schimpfen könnten.


Kein Problem wird gelöst, wenn wir darauf warten, dass sich jemand anderer darum kümmert. Wenn man alles kritisiert und über alles schlecht redet, dann sollte man sich gefälligst auch eine Lösung überlegen und versuchen diese umzusetzen. 


Sonst bleibt – Alles Scheisse! 

 

 

 

 

 

Autor: Lucas Schachinger

Lucas Schachinger hängte vor nicht all zu langer Zeit seine Volleyballschuhe an den Nagel, nachdem er viele Jahre als Aufspieler in der Austrian Volley League (Graz und Weiz) die Bälle verteilte. Darüber hinaus ist er für das Design von "neunmalneun.at" verantwortlich.

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Kommentare: 1
  • #1

    Judith (Dienstag, 05 Februar 2019 08:50)

    Um nicht in das in Österreich übliche destruktive Negativgeraunze einzustimmen, möchte ich gern auf ein Positivbeispiel der Medienberichtung aus Italien verweisen. Bitte lest euch das durch und ihr werdet feststellen, dass es auch anders ginge. So wird eine dem Ergebnis nach erlittene Niederlage in einen Erfolg umgewandelt, bitte unbedingt als Vorbild zu verwenden an alle, die in diesem Bereich tätig sind. Mit solchen Berichten bringt man die positiven Aspekte dieses wunderbaren Sports zum Ausdruck: https://www.facebook.com/prinzbrunnenbauvolleys/posts/2554279701310967.