Wie wichtig ist Individualität in einem Teamsport?

Der größte Basketballer aller Zeiten – Michael Jordan – spricht in seiner „Hall of Fame“-Rede unter anderem über seinen langjährigen Co-Trainer Tex Winter bei den Chicago Bulls: Ein Mann, der ihn zu Höchstleistungen pushte, indem das, was Jordan tat, nie gut genug für ihn war. In einem Spiel, in dem die Bulls zurücklagen, nahm Jordan – wie so oft – das Heft in die Hand, scorte etwa 25 Punkte und drehte die Partie. Unmittelbar nach dem Sieg sieht Tex Winter Jordan tief in die Augen und sagt: „You know, there is no ‚I‘ in TEAM!“ worauf Jordan antwortet: „No, there is not, but there is ‚I‘ in WIN!“.

 

In der Welt des Sports werden vor allem die Superstars gefeiert. Die Vorberichterstattung großer Spiele konzentriert sich auf ein, zwei herausragende Athleten. Oft geht es so weit, dass deren persönliche Auftritte und Leistungen auch während und nach dem Match ausführlicher besprochen werden als das Abschneiden der Hauptakteure – der beiden Teams.

 

(Leistungs-)Sportler müssen jahrelang täglich an sich arbeiten, besser sein als gewisse Mitspieler und natürlich auch besser sein als die Gegner. Ohne großes Ego – es macht keinen Unterschied ob man es bereits von Anfang an hat oder erst mit den Jahren ausbildet – bleibt man auf der Strecke. Sportler wollen glänzen, wollen Anerkennung, wollen herausstechen und sich belohnen für all die Arbeit, die sie in ihren Traum hineingesteckt haben.

 

Aber wie können nun sechs bis zwölf dieser Volleyball-Egos auf einmal glänzen?

 

Ganz einfach … Das funktioniert nicht! Und die Folge sind die berühmten Trainer-Sätze „Schraub dein Ego doch einmal zurück für das Wohl der Mannschaft!“ oder „In einem Team ist jeder GLEICH wichtig!“ oder eben „There is no ‚I‘ in TEAM!“.

 

Sätze, die jeder Mannschaftssportler kennt, die aber meist nicht viel helfen, wenn man von der Bank aus zusehen muss.

 

Unsere Frage also: Ist das Team wirklich wichtiger als das Individuum? Oder einmal anders gestellt: Wie wichtig ist Individualität in einem Teamsport?

 

Was heißt es, für das Team einen Schritt zurücktreten? – Den Drang, alles, was man gelernt hat und kann, zeigen zu wollen, zu zügeln? Seine Gewinnermentalität zu hinterfragen? In entscheidenden Phasen des Spiels, wenn man sich so richtig geil fühlt, den Ball NICHT zu fordern, weil man schon in den letzten beiden Partien der Matchwinner war? Gewisse Charaktereigenschaften, durch die man bei Mitspielern in der Hitze des Gefechts anzuecken droht, abzulegen, damit sich alle im Team wohl fühlen? Seine eigene Individualität aufgeben für die Masse? Sich verstellen um sich dem Wohle der Mannschaft unterzuordnen?

 

Kann man ein großer Sportler sein, wenn man nur mehr für das Team spielt und die eigenen Bedürfnisse völlig zurücklässt?

 

Wie denkst du darüber?

 

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Autor: neunmalneun.at

 

 

 

 

 

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Kommentare: 5
  • #1

    justreflecting (Dienstag, 19 März 2019 16:24)

    "The Strength Of The Chain Is In The Weakest Link"
    or
    "A chain is only as strong as its weakest link"

    Can this flip of perception about who`s winning the game the "I" or the "team" give you a better image about the Factor/s leading a team to victory?....!!! :)

  • #2

    Marc D. (Mittwoch, 20 März 2019 07:52)

    Es geht um die richtige Balance in einem Teamsport wie Volleyball.
    Balance zwischen Ego und Teamgedanken
    Balance zwischen „Teamdienern“ und „Einzelsportlern“
    Balance zwischen Zurückhaltung und Rampenlicht
    Balance zwischen Fordern und Liefern.

    In meinen Augen ist es die Aufgabe des Coaches die individuellen Stärken der Einzelnen in die richtige Balance zu bringen.

  • #3

    Heimwerkerking (Mittwoch, 20 März 2019 14:24)

    Ergänzend zu Marc D.: Balance auch während eines Matches.

  • #4

    Christoph (Freitag, 22 März 2019)

    Bei aller Begeisterung für Teamspirit und Mannschaftsgefühl, spielentscheidend waren in meiner Erinnerung dann schon oft die wahren Einzelkämpfer.
    Das macht es aber auch spannend, trotzdem ein Team zu erhalten, nicht zu zerbröseln und mehr als kurzfristig Erfolg und Spaß zu haben...

  • #5

    Paul (Sonntag, 24 März 2019 20:01)

    Ich möchte mal anmerken, dass Individualität wie zB in anderen Sportarten beim Volleyball nicht möglich ist.

    Beim Fußball kann man jemanden der eigenen Mannschaft den Ball "wegnehmen" und selbst den Freistoß durchführen, im Mittelfeld den Ball erobern und mit einem Solo das entscheidende Tor erzielen oder eigensinnig sein, anstatt zu einem besser postierten Mitspieler abspielen. Das alles gibt's beim Volleyball nicht.

    Insofern ist die Frage "Individuum oder Team" beim Volleyball vor allem im mentalen Bereich angesiedelt - wie fordere ich Bälle? wie reagiere ich, wenn ich einen wichtigen Ball nicht aufgespielt bekomme? wie gehe ich mit Fehlern von Mitspielern um?

    Lg