Lerne unser Herren-Nationalteam besser kennen, Teil 2

"neunmalneun.at" hat die Jungs des Nationalteams nach ihren Lieblingsspielern gefragt:

 

 

Anton Menner, Außenangriff:

Für mich war der Brasilianer Giba (Gilberto Godoy Filho) einer der besten Volleyballer, weil er trotz seiner geringen Größe unglaubliche Schlagwinkel gehen konnte und durch Dynamik und Timing sehr viel kompensiert hat. Von den noch aktiven Akteuren würde ich den Franzosen Kevin Tillie als einen der besten nennen, weil er mit sehr viel Hirn spielt und das Risiko im Angriff perfekt abwägt.

 

 

Christopher Hahn, Zuspiel:

Mein Lieblingsspieler ist Micah Christenson. Für mich ist ist es einfach faszinierend ihm zuzusehen, da er ein unglaublich athletischer Aufspieler ist und zusätzlich mit seinem Block und seinen zweiten Bällen viel Druck auf den Gegner ausübt. Außerdem finde ich, dass er extrem kreativ aber trotzdem konstant spielt.

 

 

Edin Ibrahimovic, Außenangriff:

Für mich ist schon seit Jahren Osmany Juantorena mein Lieblingsspieler. Er ist komplett, hat alle Elemente (Block, Angriff, Annahme, Service, Defense) im Griff und ist nicht zuletzt wegen seiner Größe der dominanteste und konstanteste Spieler auf dieser Position seit Jahren.

 

 

Alexander Tusch, Zuspiel:

Zur Zeit ist mein Lieblingsspieler der Franzose Benjamin Toniutti, weil ich es beeindruckend finde, wie er als sehr kleiner Spieler in der polnischen Liga und im Nationalteam dominiert. Er ist am Block nicht sehr hoch, kompensiert das allerdings durch sensationelle Verteidigung, ein gutes Service und in erster Linie natürlich durch extreme Konstanz, Spielwitz und Variantenreichtum beim Zuspiel.

 

 

Maximilian Landfahrer, Außenangriff:

Der Argentinier Facundo Conte. Weil er auf meiner Position spielt, extrem hoch springt und wahnsinnig spektakuläre Punkte macht. Er ist technisch einwandfrei und seit ich ihn beim Champions League Final Four, als er noch für Belchatow spielte, gesehen habe, bin ich ein großer Fan.

 

 

Florian Ringseis, Libero:

Mein Lieblingsspieler ist der Franzose Hubert Henno. Er hat gezeigt, wie lange man als Libero auf Top-Niveau spielen kann (Henno beendete heuer mit 42 als Französischer Meister mit Tours seine Karriere). Darüber hinaus ließ er es mit seiner Erfahrung und seinem unglaublichen Ballgefühl total einfach aussehen.

 

 

Paul Buchegger, Diagonal:

Defintiv der Bulgare Tsvetan Sokolov. Er wirkt so souverän am Feld, ist mir extrem sympathisch. Er führt seine Mannschaft, indem er meistens sehr ruhig bleibt gleichzeitig aber auch pushen kann, wenn es das Team braucht.

 

 

Niklas Kronthaler, Außenangriff:

Ich habe zwei Lieblingsspieler. Mein erster ist der Italiener Samuele Papi. Mir hat immer gut gefallen, was für ein Leader er am Feld war. Für mich der perfekte Kapitän. Er war in der Annahme und Verteidigung fast wie ein zweiter Libero, im Angriff aber trotzdem ein wichtiger Spieler und das trotz geringer Körpergröße und keiner herausragenden Sprungkraft. Er machte diese Defizite mit Ballgefühl, Technik und Intelligenz im Angriff wett. Darüber hinaus war Sisley Treviso, das Team, für das er lange spielte, damals die erste Top-Mannschaft, die ich live spielen sehen durfte.
Mein zweiter Lieblingsspieler ist mein Dad. Der erste Spieler, den ich spielen sah, der Grund, warum ich Volleyball spiele und mein Vorbild. Eigentlich ähnlich wie der Papi vom Stil her aber halt nicht ganz das gleiche Niveau. :)

 

 

Nicolai Grabmüller, Mittelblock:

Ich habe mir über diese Frage eigentlich noch nie Gedanken gemacht. Ich versuche meinen Weg zu gehen und das Beste aus mir zu machen. Dafür brauche ich keine Vorbilder.

 

 

Thomas Tröthahn, Henker:

Mein Lieblingsspieler ist Osmany Juantorena. Bei ihm schaut Volleyball so einfach aus. Er hat extrem viele Varianten in seinen Angriffen und löst schwierige Situationen meist sehr effizient. Er hat mich schon immer begeistert.

 

 

Peter Wohlfahrtstätter, Mittelblock:

Mein Lieblingsspieler ist Earvin N'Gapeth weil er mit einer Nonchalance spielt, die ihresgleichen sucht und darüber hinaus immer wieder kreative Highlights liefert, die man sonst von niemandem sieht. Sein Spielstil hat mir dabei geholfen, auch selber lockerer zu werden am Court.

 

 

Maximilian Thaller, Zuspiel:

Wahrscheinlich der Brasilianer Bruno Rezende. Er spielt extrem emotional und kreativ aber gleichzeitig auch präzise. Er hat keine Angst vor Risiko, organisiert den Angriffsaufbau aber trotzdem sehr stabil. Er ist der "Schupferkönig" unter den Zuspielern und beherrscht den schmalen Grad zwischen "ausrasten" aber keine Hektik ins Spiel bringen wie kein anderer.

 

 

Mathäus Jurkovics, Mittelblock:

Früher als ich mit dem Volleyball begonnen habe, war ich ein großer Fan des serbischen Mittelblockers Dragan Stankovic und des damaligen Top-Diagonalangreifers Ivan Miljkovic, ebenfalls aus Serbien. Später gefiel mir der polnische Mittelblocker Piotr Nowakowski, weil er mich mit seiner ruhigen Spielart begeisterte. In letzter Zeit bin ich Fan des russischen Clubs Kuzbass Kemerovo und des ukrainischen Mittelblockers Dmytro Pashytskyy. Auch bei ihm liebe ich die ruhige und höchst erfolgreiche Spielart.
Insgesamt würde ich nicht unbedingt von Lieblingsspielern reden. Ich schaue mir einfach sehr gerne verschiedene Spielweisen an und versuche diese in mein Spiel zu integrieren. Das bereitet mir großen Spaß.

 

 

Alexander Berger, Außenangriff:

Ich habe eigentlich keinen richtigen Lieblingsspieler, weil ich der Meinung bin, dass es den perfekten Spieler nicht gibt. Es existieren jedoch einige geniale Volleyballer, denen ich gerne zusehe, weil ich mir erhoffe, von ihnen etwas abschauen zu können.

 

 

Thomas Zass, Diagonal:

Ich habe es immer schon komisch gefunden, wenn Spieler andere Spieler, die den selben Sport ausüben, als Vorbilder haben. Ich finde als Sportler ist man individuell. Jeder hat seine eigenen Stärken und Schwächen, körperliche Voraussetzungen und eine Idee, wie er etwas machen will. Es ist natürlich erstrebenswert, der Beste in etwas zu sein, in meinen Augen jedoch nicht dadurch, dass man den Besten kopiert. Genau deshalb ist es für mich im Sport genau so wie im Leben. Wenn man beispielsweise daran glaubt, dass jeder Mensch irgendwo auf der Welt einen Gegenpart hat, der genau zu einem passt, wie kann man dann davon überzeugt sein, seine andere Hälfte zufälligerweise in der selben Stadt, in der man lebt, in dem Bezirk oder überhaupt in diesem Land zu finden? Wie hoch ist diese Chance bei all den Menschen, die auf dieser Erde leben? Im Sport geht es mir ähnlich. Wie hoch ist die Chance, dass die Person, die ich als Vorbild ansehe, zufälligerweise die gleiche Tätigkeit ausübt wie ich? Aus diesem Grund habe ich mein Vorbild in einem anderen Sport gefunden und zwar im Tennis. Mein Idol ist Roger Federer. Vorbild nicht nur, weil er meiner Meinung nach der beste Tennisspieler aller Zeiten ist, sondern wegen der Art, wie er es ist. Er ist technisch präzise, liest das Spiel wie kein anderer, ist innovativ und genießt dabei jeden einzelnen Ballwechsel in vollen Zügen. Im Prinzip das genaue Gegenteil von mir. :) Lustig, wie das so ist mit Vorbildern ...

 

 

Philipp Kroiss, Libero:

Ich hatte nie ein Idol oder Vorbild auf meiner Position aber in den letzten Jahren hat mich der Franzose Jenia Grebennikov schon sehr begeistert. Er verbindet Top-Athletik mit einer unheimlich guten Antizipation und abnormalem Ballgefühl. In der Verteidgung steht er weit über allen anderen, oft findet man ihn an Plätzen im Feld, wo er nichts zu suchen hat, der Ball dann aber einschlägt. Darüber hinaus ist er auch im Zuspiel eine Waffe und insgesamt einer der wenigen Liberos, die in jedem Spiel durch ihre Effektivität und Präsenz herausstechen. Leider kann man sich von ihm schwer etwas abschauen, weil er das meiste einfach intuitiv richtig macht und Dinge tut, die einem alle Coaches ausreden würden (zum Beispiel in der Defense ständig in Bewegung zu sein!).

 

 

Lukas Kühl, Mittelblock:

Ich kann mit dem Begriff Lieblingsspieler nicht wirklich viel anfangen. Ich habe keinen. Dennoch gibt es Volleyballer, an denen ich mich orientieren kann und denen ich vielleicht in gewissem Sinne nacheifern würde. Ich habe deswegen noch keinen Lieblingsspieler entdeckt, da ich überzeugt bin, dass es ein Spieler sein müsste, der mich sowohl auf dem Feld als auch im richtigen Leben begeistert. Nehmen wir zum Bespiel den Franzosen Earvin N'Gapeth. Er ist einer, der mich am Court fasziniert aber außerhalb von diesem keine bedeutsame Wirkung auf mich erzeugt. (Zu diesem Schluss kam ich, als ich einige Interviews gesehen und von den ein oder anderen Eskapaden von ihm gelesen hatte.)

 

 

 

Autor: neunmalneun.at

 

 

 

 

 

 

 

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